Eine U-Bahn wird zum U-Boot

Eine U-Bahn wird zum U-Boot

Auch Züge, Busse und Teile der Infrastruktur bestehen aus Stahl. So auch die Subway in New York. Irgendwann stellt sich jedoch die Frage, wie alte U-Bahnen entsorgt werden. Während die Einen das Material einschmelzen und wiederverwerten, haben die Anderen, genauer gesagt, die New Yorker, eine originelle Antwort darauf gefunden – und ausrangierte Modelle im Meer versenkt. Beim Redbird Reef Projekt wurden von 2001 bis 2010 alte Waggons nach mehr als 40 Dienstjahren zu ihrem Ruhestand in den Atlantischen Ozean gebracht – direkt vor der amerikanischen Ostküste. Heute dienen die Wracks als künstliches Riff. Alle Chemikalien und Gefahrenquellen wurden aus den Zügen entfernt.

In dem Refugium aus Stahl befindet sich 400 Mal mehr Nahrung für Meerestiere als auf dem bloßen Meeresboden vor der Versenkung. Jeff Tinsmann von der Umweltbehörde in Delaware, erklärt, die Waggons seien vor allem für Miesmuscheln ein Gewinn, da sie nicht auf Sandboden leben könnten. Auch andere Tiere profitieren: „Fische wie der Barsch sind keine schnellen Schwimmer, von daher brauchen sie eine Struktur, die ihnen Schutz und auch Futter gewährt; sie wären eigentlich nicht in der Lage einem Hai davon zu schwimmen, aber nun können sie sich vor ihm verstecken“, so Tinsmann. Der karge Meeresboden vor der Küste New Yorks hat sich in ein Biotop verwandelt. Mitten im Stahl. – Zugegeben: Eine etwas ungewöhnliche Wiederverwertungsmethode.

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