Handelspakt EU-Mexiko: Eine Win-Win-Situation

Handelspakt EU-Mexiko: Eine Win-Win-Situation

Von Lebensmitteln über Medikamente und Maschinen bis hin zu Transportmitteln wird der neue Handelspakt zwischen der Europäischen Union und Mexiko praktisch alle Zölle abschaffen und den zwischenstaatlichen Handel, der seit Inkrafttreten des ersten Abkommens im Jahr 2000 um fast 150 % gestiegen ist, noch weiter ankurbeln.

"Handel kann und soll ein Win-win-Prozess sein und die aktuelle Vereinbarung zeigt dies genau", sagte Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission. "Mexiko reiht sich mit Kanada, Japan und Singapur in die wachsende Zahl von Partnern ein, die bereit sind, mit der EU in der Verteidigung eines offenen, fairen und regelbasierten Handels zusammenzuarbeiten."

"Die aktuelle Vereinbarung ist auch eine starke Botschaft an andere Partner, dass es möglich ist bestehende Handelsbeziehungen zu modernisieren, wenn beide Verhandlungspartner den Glauben an die Vorzüge von Transparenz und freiem und fairem Handel klar teilen", sagte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström.

Mit diesem Abkommen, das bis Ende des Jahres abgeschlossen sein wird, können europäische Produzenten und Landwirte von Produkten wie Käse, Schokolade, Teigwaren und Schweinefleisch mit einem größeren Absatz in Mexiko – einem Land mit 125 Millionen Verbrauchern – rechnen. Erstmals dürfen Gorgonzola und Roquefort exportiert werden. Ebenso auch der Export von Milchpulver, für das die Zollfrei-Quote innerhalb von fünf Jahren um mehr als 50 % steigen wird. Der Export von europäischer Schokolade, Pasta und so gut wie allen Schweinefleisch-Erzeugnisse wird künftig zollfrei sein.

Insgesamt exportieren mehr als 45.000 EU-Unternehmen nach Mexiko, wobei 400.000 Arbeitsplätze in Europa an diese Exporte geknüpft sind. Die EU verzeichnete mit Mexiko 2016 einen Warenhandelsüberschuss von 14 Milliarden Euro.

Der Handelspakt schützt 340 europäische Lebensmittel- und Getränkeprodukte auch vor Imitationen, so dass die Verbraucher sicher sein können, Originale zu kaufen. Zu den durch so genannte geografische Herkunftsangaben geschützten Produkten gehören z.B. der französische Comté, der portugiesische Queijo São Jorge, die ungarische Szegedi Szalámi und der rumänische Pflaumenmost Topoloveni.

Und wie wird Konsumenten garantiert, dass sie ein sicheres Produkt kaufen? Nach dem im Abkommen enthaltenen so genannten Vorsorgeprinzip kann die EU eine Einfuhr von Waren ohne wissenschaftlichen Beweis, dass sie sicher zu verwenden oder zu konsumieren sind, ausschließen.

Für Unternehmen fallen durch das Abkommen Zollformalitäten weg, der Zugang zu öffentlichen Aufträgen durch Ausschreibungen wird gewährt und Investoren werden durch ein multilaterales Investitionsgericht geschützt. An die digitale Revolution anknüpfend, beinhaltet das Abkommen Bestimmungen zum Schutz des geistigen Eigentums und beseitigt Barrieren für den Online-Handel, während klare Regeln zum Schutz der Verbraucher festgelegt werden.

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