Herausforderungen aus Stahl: China und die USA werden zu heißen Eisen

Herausforderungen aus Stahl: China und die USA werden zu heißen Eisen

Stahl-Hersteller in China erhalten staatliche Förderungen. Die Folge: Sie sind in der Lage die Weltmarktpreise zu unterbieten. Im Fachjargon heißt das „Dumping“. Dementsprechend schwierig wird der internationale Handel für Unternehmen, die sich an die Regeln der freien Marktwirtschaft halten und Stahl ohne staatliche Unterstützung erzeugen. Die Europäische Kommission setzt sich gemeinsam mit dem Europäischen Parlament für schärfere Anti-Dumping-Regelungen ein. Doch die unterschiedlichen Interessen der Regierungen machen eine Einigung kompliziert. Auf der einen Seite gibt es Länder, die viele Stahl-Produzenten haben und vom Dumping negativ betroffen sind. Auf der anderen Seite profitieren manche Länder von günstigen Preisen auf dem Weltmarkt, da sie kaum eine eigene Produktion haben. „Es herrscht allgemein die leise Angst, dass Konflikte entstehen und Handel erschwert und Wohlstand verringert wird“, sagt Hubertus Bardt vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln.

Von den 300 Millionen Tonnen Stahl, die China exportiert, gelangen zwar nur zwei Millionen nach Deutschland – fünf Prozent des deutschen Stahlverbrauchs. Dennoch: Stahlunternehmen aus Deutschland und anderen EU-Ländern leiden unter den wirtschaftlichen Folgen des Preisdumpings. Um faire Marktbedingungen zu schaffen, ist die Etablierung von Handelsschutzinstrumenten wie erhöhte Importzölle erforderlich. Dabei ist klar: Antidumpingmaßnahmen sind kein Widerspruch zu einem klaren Bekenntnis für freien Handel. Sie sind in einer Welt mit unfairen Praktiken wichtig, um die Bedingungen für freien Handel überhaupt zu ermöglichen.

Aufgrund der aktuellen Entwicklung richtet die Europäische Kommission ihren Blick nicht nur auf das Thema Dumping, sondern auch auf den zunehmenden Protektionismus ihrer Handelspartner. Vor allem die Tendenzen in den USA bergen Gefahren für die Weltwirtschaft und den Handel. Für die europäische und die deutsche Stahlindustrie wären die Folgen gravierend: Mit den USA würde die Wirtschaftsbeziehungen mit einem wertvollen Handelspartner, der rund 14 Prozent der EU-Exporte, rund 3,3 Millionen Tonnen ausmacht, beschädigt– in. Das Problem des chinesischen Billigstahls würde sich zudem verschärfen. Das hätte nicht nur Folgen für die Umsätze deutscher Stahlproduzenten. Auch Arbeitsplätze in Deutschland wären davon bedroht.

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