Messerhersteller schärfen das Image ihrer Region

Messerhersteller schärfen das Image ihrer Region

Etwa 50 Kilometer südlich von Essen liegt die Hauptstadt der deutschen Schneidewarenindustrie: Solingen auch die „Klingenstadt“ genannt. Dort werden seit Jahrhunderten Messer und Klingen mit höchster Qualität produziert und in die ganze Welt exportiert. 90 Prozent der deutschen Schneidewarenhersteller sind heute in Solingen ansässig. Die ersten Klingenhandwerker haben sich bereits im 13. Jahrhundert im Tal der Wupper niedergelassen.

Zu den bekanntesten zählt die Firma Zwilling, die seit mehr als 280 Jahren e Kochgeschirr, Besteck und sogar Beauty-Produkte herstellt. 80 Prozent der Waren verkauft die Firma außerhalb Deutschlands. Viele Produkte werden auch im Ausland hergestellt. Doch die Messerherstellung findet – wie vor 280 Jahren – in Solingen statt.

„Unsere wichtigsten Märkte sind neben Europa die USA, Kanada, Japan und auch China. Insgesamt sind wir in mehr als 100 Ländern vertreten“, erklärt Sebastian Hahn, der Marketingleiter. „Für uns sind internationale Märkte und freier Handel lebenswichtig. Das gilt natürlich für den Verkauf, aber auch für die Produktion, die Logistik, die Forschung und Entwicklung“, so Hahn. Vom erfolgreichen Handel hängen 3800 Arbeitsplätze im Unternehmen ab.

Jens-Heinrich Beckmann, Geschäftsführer des Industrieverbands für Schneid- und Haushaltswaren in Deutschland, ist überzeugt: Ohne die Chancen und Möglichkeiten des internationalen Handels stünde Solingen anders da: „Wir leben vom Handel. Unsere Unterschiede, weltweit, ob bei der Herstellung oder beim Angebot sorgen für Bereicherung.“

International abheben will sich auch ein weiteres Solinger Unternehmen: das Startup Germancut. Die Köpfe dahinter sind Alexander Tonn und Sebastian Wussler, denn sie haben eine mehrschichtige Klinge aus Damaszenerstahl entwickelt. Die Härte der Klinge sorgt dafür, dass das Messer lange scharf bleibt. Dass sie noch dazu so dünn ist, sorgt für eine leichte Handhabung, die das Schneiden und Hantieren in der Küche einfach von der Hand gehen lässt. Damit wollen sie Chefköche in den ausgefallensten Küchen der Welt überzeugen. Ihr Prototyp begeisterte schon die Starköche der Szene: von Philip Tessier in den USA über Miles Watson in Berlin bis hin zu Atsushi Tanaka aus Japan.

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